Brückenschlag online
| Zum Inhaltsverzeichnis |
Buchbesprechungen von Ursula Hirsch
im März 2007
Frank Pauli
Im Himmel ist ein schönes Haus
Skizzen zu Paul Gerhardt
120 S., 9,-- €, Wichern-Verlag Berlin, www.wichern.de
Am 12. März 2007 feiern wir Paul Gerhardts 400. Geburtstag. (1607 – 1676).
Frank Pauli macht sich mit diesem kleinen Skizzenbuch auf den Weg, um ein paar
Umrisse und Schattierungen aus dem Glaubensleben des Dichters Paul Gerhardt
deutlicher sehen zu lernen. Aus der Gegenwart soll unser Blick auf ihn fallen.
„Beschreibe den Himmel, der uns blüht“ fordert ein Kirchenlied unserer Gegenwart
auf. In diesem Sinne wollen wir den Verfasser unvergänglicher Texte an den
bekannten Stationen seines Lebens zu uns sprechen lassen.
unverzagt. Paul Gerhardt (1607 – 1676) – ein Berliner Dichter und Bekenner
Die Stiftung Stadtmuseum Berlin zeigt in der Berliner Wirkungsstätte von Paul
Gerhardt, der Nikolaikirche (Mitte), die Ausstellung zum 400. Geburtstag des
Dichters. Von 1657 bis 1667 wirkte Gerhardt in der ältesten Berliner Kirche als
Diakon in voller pfarramtlicher Verantwortung. Konsequent rückt die Ausstellung
das Berliner Jahrzehnt Paul Gerhardts in den Mittelpunkt des Interesses und vertieft
wesentliche Aspekte seines Wirkens als Seelsorger, Theologe und Dichter.
Die ungebrochene Aktualität der Lieddichtungen Gerhardts zeigt die Präsentation
erhaltener Dokumente, in denen sein Wirken überliefert ist und stellt sie in das mit
Kunstwerken und Zeitzeugnissen bebilderte Panorama der politischen Kämpfe
und der theologischen Auseinandersetzungen, aber auch der barocken Glaubensinbrunst
und der vielfältigen Alltagsnöte der Epoche zwischen dem Ende des Dreißigjährigen
Krieges und dem Aufstieg der Residenz Berlin unter dem Großen Kurfürsten
Friedrich Wilhelm.
(Nikolai-Kirche (Mitte), Laufzeit: 13.03. – 01.07.2007)
Sarah Wieners Mediterrane Küche
Fotos von Fritz von der Schulenburg
160 S., 19,90 €, Bloomsbury Verlag Berlin, über www.berlinverlag.de
Ein neues Buch über Goethe? Alles scheint ausgeleuchtet. Und doch wird eine Rolle zumeist ausgespart, allenfalls in Spezialuntersuchungen thematisiert: die des aktiven Theatermannes. Dabei hat sich Goethe mit viel Eifer und Mühe seit seiner Ankunft in Weimar 1775 um das Theatergeschehen verdient gemacht, in den Jahren1791 - 1817 sogar als Intendant. Kein Geringerer als Dietrich Fischer-Dieskau, ein passionierter Kenner des Metiers und Goethes, zeichnet in diesem Buch anschaulich den Weg vom Frankfurter Bürgersohn, Jungadvokaten und umjubelten Werther-Dichter zum Bühnenprofi nach. Es ist ein Weg voller Leidenschaften, voller Kämpfe, aber auch beglückender Erfolge. Selbst wenn Goethe, nachdem er – nicht zuletzt mit Hilfe seines Freundes Friedrich Schiller – das Weimarer Hoftheater zu einer der bedeutendsten Bühnen seiner Zeit aufgebaut hat, im Jahre 1817 entnervt seine Intendanz abgibt, kann auf ein ereignisreiches Leben zurückblicken. Niemand wird es überraschen, dass der prominente Autor bei seiner Spurensuche den Blick besonders auf Goethes Bemühungen um das Musikalische auf der Bühne richtet, auf dessen Ringen um die deutsche Oper und in Sonderheit um eigene Libretti. Es ist gerade diese Fokussierung, die alle Goethe-, Musik- und Theaterfreunde bereichern wird.