Brückenschlag online
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Beiträge aus der Gemeinde Charlottenburg-Nord
im März 2007:
Beitrag 1:
PLÖTZENSEER TAGE 2007
Auch in diesem Jahr fanden Ende Januar
die Plötzenseer Tage statt, veranstaltet
mit den Schwestern des Karmel
Maria Regina Martyrum, um der Märtyrer
der Jahre 1933 bis 1945 zu gedenken.
Das Gedenk-Konzert mit dem Chor
der Bulgarisch-Orthodoxen Gemeinde
Berlin war leider vom Orkan Kyrill sozusagen
hinweggefegt worden, aber wir
wurden eine Woche später wenigstens
ein bisschen entschädigt. Der Chor hat
wirklich sehr schön gesungen, vielleicht
lässt sich ja bei anderer Gelegenheit
noch einmal ein Konzert arrangieren.
Im Mittelpunkt des Gedenkens stand
dieses Jahr Marija Skobtsova, eine russisch-
orthodoxe Nonne, die noch 1945
im Konzentrationslager Ravensbrück
ermordet wurde. Einiges über sie erfuhren
wir schon im ökumenischen Gottesdienst,
an dessen Gestaltung diesmal
neben evangelischen und katholischen
Geschwistern auch Orthodoxe beteiligt
waren. Das bewegte, ein wenig unorthodoxe
Leben von Mutter Marija wurde
uns auf vielfältige Weise nahe gebracht,
nicht nur durch den sehr informativen
Vortrag von Antonia Himmel-Agisburg,
der Expertin aus Wien, sondern auch
durch verschiedene Texte und Bilder,
die man sich bei allen Veranstaltungen
in der Kirche des Gemeindezentrums
Plötzensee angucken konnte. Mutter
Marija war zweimal verheiratet und hatte
drei Kinder, ehe sie sich entschloss,
Nonne zu werden. Sie sah sich offenbar
in der Tradition der Heiligen Narren, die
nicht abgeschieden von der Welt in einem
Kloster, sondern mitten unter den
Menschen leben und versuchen, die
christlichen Gebote konsequent umzusetzen.
Mutter Marija hatte für alle Nöte
nicht nur ein offenes Ohr, sondern leistete
auch tatkräftige Hilfe, so auch für verfolgte
Juden in Paris, wo sie schon seit
längerem lebte und wirkte. Das brachte
sie schließlich nach Ravensbrück.
Es war insgesamt etwas schade, dass
nicht noch mehr Besucher den Weg zu
unseren Veranstaltungen gefunden haben.
An mangelnder Öffentlichkeitsarbeit
kann es kaum gelegen haben, hatte
Michael Maillard doch sogar einen Artikel
für "Die Kirche" verfasst, die Kirchenzeitung
für das Gebiet unserer Landeskirche.
Denen, die da waren, hat es
jedenfalls gefallen, soweit ich Rückmeldungen
wahrnehmen konnte.
Am 6.3. um 19.30 Uhr findet in Maria Regina Martyrum ein Treffen statt, bei dem die Plötzenseer Tage 2007 ausgewertet werden sollen und überlegt werden wird, wie am Thema „Mutter Marija Skobtsova“ weitergearbeitet werden kann.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Beitrag 2:
Wer war ...
... Helmuth James Graf von Moltke ?
Helmuth James Graf von Moltke wurde am
11. März 1907 in Kreisau geboren. Der schlesische
Gutsherr und in Berlin tätige Jurist lehnte
den Nationalsozialismus von Anfang an ab.
Dieser musste seiner Ansicht nach zwangsläufig
zur Katastrophe führen. Schon bald nach der
Machtübernahme im Januar 1933 sammelte er
auf seinem Gut in Kreisau Menschen aus verschiedenen
Schichten. Dieser Gruppe mit unterschiedlichen
weltanschaulichen und politischen
Richtungen ging es weniger um die Beseitigung
Hitlers, als vielmehr um die Schaffung einer
neuen Ordnung für ein Deutschland nach Hitler.
Mit Kriegsbeginn wirkte Moltke als Sachverständiger
für Kriegs- und Völkerrecht im Oberkommando
der Wehrmacht. Er nutzte seine
Stellung, um Opfern des nationalsozialistischen Regimes, Kriegsgefangenen und
Zwangsarbeitern ihr Los zu erleichtern. Außerdem unterhielt er geheime Kontakte
zu den Westmächten. Am 19. Januar 1944 wurde Moltke verhaftet. Er hatte
versucht, ein Mitglied einer anderen Oppositionsgruppe vor der bevorstehenden
Verhaftung durch die Gestapo zu warnen.
Nach dem missglückten Attentats- und Staatsstreichversuch vom 20. Juli 1944
wurde auch Moltke des Verrats bezichtigt, obwohl er an der Planung gar nicht
beteiligt war. Auch ein Attentat lehnte er aus seiner christlichen Überzeugung
heraus strikt ab. Deswegen wurde ihm bei seinem Prozess im Januar 1945 einzig
und allein seine christliche Grundhaltung vorgeworfen. Am 11. Januar 1945
wurde er vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt. Helmuth James Graf von
Moltke wurde am 23. Januar 1945 im Hinrichtungsschuppen von Plötzensee ermordet.
Aus: Straßen – Namen – Widerstand. Wege in Charlottenburg-Nord.
Hg. Ev.
Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord,
Text und Gestaltung: Heike Schönemann,
1991.
Beitrag 3:
Herzliche Einladung:
Beitrag 4:
Herzliche Einladung:

Beitrag 5:
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Beitrag 6:
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