Brückenschlag online

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Leitartikel (Editorial) Juli/August 2008:



Liebe Leserinnen und Leser, liebe Gemeindeglieder
in
Gustav-Adolf und Charlottenburg- Nord!,


Mit diesem Beitrag für den "Brückenschlag" möchte ich mich von Ihnen verabschieden. Seit August 2007 habe ich in der Kirchengemeinde Charlottenburg-Nord im Pfarramt mitgewirkt. Nun ist die Zeit gekommen, dass in der Gemeinde wieder stabile, auf eine größere Dauer angelegte Verhältnisse einziehen, und das wird ab Mitte Juli, mit dem Amtsantritt von

Frau Pfrn. Greupner der Fall sein. Ich will die Gelegenheit nutzen und noch einmal einen Gedanken hervorheben, der mir beim Stichwort "Kirchengemeinde" besonders wichtig zu sein scheint. Es heißt ja: "Selbst der beste Wind bringt das Boot nicht an sein Ziel, wenn man es nicht losbindet." Losbinden: das heißt die Kräfte einsetzen, sich bereit machen und willig zum Einsatz, sich dienstbar machen, mit dem was man hat – das gilt nun ganz gewiss nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für eine Kirchengemeinde als ganze.

"Dienstbar" meine ich in einem klugen Sinne, auf eine menschenfreundliche Weise, nicht immer kalkulierend, sondern helfend, das Leben der Mitglieder fördernd, indem sie ihre Türen öffnet, auch auf gewisse Gefahren hin. Da gibt es vielleicht eine Gemeinde, die hat einen schönen Flügel. Er war teuer gewesen als man ihn anschaffte; man hatte lange über den Kauf diskutiert, und nun steht er da. Spielen darf nur der Organist darauf und allenfalls solche Interessenten, die mindestens die C-Prüfung als Kirchenmusiker abgelegt haben. Ansonsten sind die Türen verschlossen; der Zugang ist verwehrt. – In einer anderen Gemeinde dagegen handelt es sich um ein eher schlichtes Instrument, da gibt es schon einige Spuren vom Alter und der vielfachen Verwendung, aber auch dieses ist brauchbar, und hier besteht keine solche ängstliche, exklusive Regelung. Hier kann die Studentin üben oder auch der Pfarrerssohn. In dieser Gemeinde gibt man, wenn eine Konfirmationsfeier ansteht, auch mal leihweise ein paar Gegenstände her und fragt nicht groß nach einer Gegenleistung. So habe ich die Gemeinde in Charlottenburg-Nord erlebt, und weil dies Verhalten nicht selbstverständlich ist, erwähne ich es.

So aber sollten Kirchengemeinden sein. Dienstbar eben, in gewisser Weise auch freizügig und offenherzig. Ein Bereich, wo dieser Grundsatz besonders zum Tragen kommt, ist die offene Jugendarbeit im Gemeindezentrum Plötzensee. Ich freue mich darüber und hoffe, dass Sie diesen Weg weitergehen, unverzagt, wenn auch mal etwas danebengeht und die Arbeit jedenfalls meist anstrengend und nervenaufreibend ist.

Ein weiterer Punkt: Es ist gut und auch nötig, dass Neuankömmlinge freundlich begrüßt werden. Damit meine ich nicht so sehr spezielle "Angebote", sondern den ganzen Geist, den eine Gemeinde ausstrahlt in den Gottesdiensten, in der Gestaltung ihrer Gebäude, in der Auswahl derer, die die Gemeinde repräsentieren, in ihren Mitarbeitern, in ihrer Traditionspflege, darin, wie und von wem man am Kircheneingang begrüßt wird, wie der Gemeindebrief aussieht, ob es insgesamt offen zugeht und freimütig oder verschwiegen und heimlich und unfrei.

Ein Wort Jesu lautet ja: "Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter" (Mt 9,37). So ist es, und um so wichtiger ist der gute Zusammenhalt derer, die heute noch in den Gemeinden Verantwortung tragen und Aufgaben versehen. Hier ist natürlich immer vieles besser zu machen, Streitereien finden auch in Gemeinderäumen statt. Aber mir scheint doch insgesamt ein guter Geist das Miteinander in der Toeplerstraße und am Heckerdamm zu bestimmen. Es ist gut, diesem Geist auch weiterhin Raum zu geben.

In diesem Sinne wünsche ich den beiden Gemeinden Gustav-Adolf und Charlottenburg-Nord alles Gute, eine friedensvolle Zukunft und Gottes Segen.

Es grüßt Sie sehr freundlich Ihr


Matthias Wolfes, Pfarrer
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Monatsspruch Juli 2008:


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Monatsspruch August 2008:


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