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Leitartikel (Editorial) November 2011




Liebe Leserinnen und Leser
in Gustav-Adolf und Charlottenburg- Nord!



Michael Maillard

Gut ist der Herr, eine
feste Burg am Tag der
Not. Er kennt alle, die
Schutz suchen bei ihm.

Nahum 1,7 (Monatsspruch für November)


Jetzt im Herbst machen wir es uns gerne zu Hause gemütlich. Draußen ist es oft nass und kalt und windig, es wird spät hell und früh dunkel. Wie angenehm ist es da doch, im Wohnzimmer auf dem Sofa zu sitzen, mit einer schönen Tasse Tee oder einem Glas Rotwein, ein gutes Buch zu lesen oder einen spannenden Film zu sehen. Oder in der Küche etwas Leckeres zu kochen. (Bei mir muss es jedes Jahr im Herbst eine Kürbis-Suppe mit Kokosmilch und Sahne sein!). Und Ende November, ja, da beginnt schon die Adventszeit, da stehen z.B. Plätzchenbacken oder Adventskranzkerzenromantik auf dem Programm.

Nässe, Kälte, Dunkelheit mögen draußen bleiben. Bei uns drinnen machen wir es uns warm und behaglich. Unser Zuhause: ein Ort, an den wir uns gerne zurückziehen. Hier fühlen wir uns geborgen und sicher. My Home is my castle, sagen die Engländer. Mein Zuhause ist meine Burg.

Doch wie schnell kann diese „Burg“ einstürzen, wie schnell kann unsere Sicherheit zusammenbrechen! Etwa, wenn wir den Arbeitsplatz verlieren oder der Partner/die Partnerin uns verlässt. Oder wenn der Mensch, mit dem wir lange zusammengelebt haben, stirbt.

Ist unser Zuhause wirklich eine "feste Burg"?

Der Monatsspruch für November, ein Wort des Propheten Nahum, rät uns, auf etwas anderes zu setzen. Nicht der private Rückzugsraum, sondern die Bindung mit Gott und den Mitmenschen dient letztendlich unserem Schutz, hilft uns in der Not.

"Gott ist eine feste Burg am Tag der Not", sagt Nahum. Dieser Prophet wirkte im 7. Jahrhundert vor Christus. Damals war Israel nur ein kleiner Spielball zwischen den politischen Großmächten. Ständig war es in Gefahr und drohte zwischen den Großmächten zerrieben zu werden. Auf militärische Stärke dürfe es nicht vertrauen – so Nahum, nur Gottvertrauen könne helfen.

Martin Luther nahm diesen Gedanken auf. "Ein feste Burg ist unser Gott, ein starke Wehr und Waffen", so dichtete er 1529 (vgl. Ev. Gesangbuch Nr. 362). Am 31. Oktober, dem Reformationstag, wird sein Lied gerne gesungen. Ein richtiges Trutzlied ist das. Nichts und niemand kann uns etwas anhaben, wenn wir nur auf Gott vertrauen: "Und wenn die Welt voll Teufel wär’/ und wollt uns gar verschlingen,/ so fürchten wir uns nicht so sehr,/ es soll uns doch gelingen." (Strophe 3). Luther selbst war ganz und gar getragen von diesem Vertrauen, fühlte sich absolut sicher und geborgen in dieser "Burg". So konnte er sogar über die letzte große Bedrohung im Leben, den eigenen Tod, spotten. Als ihm eine infame Lügenschrift über sein angeblich gotteslästerliches Sterben und seine anschließende Höllenfahrt zu Gesicht kam, da quittierte der für tot Erklärte: Er, Martinus Luther, bezeuge den Empfang der Nachricht von seinem Tod und habe sie "fast gern und fröhlich gelesen"; ja, er fühle sich dadurch "sanft auf der rechten Kniescheibe und an der linken Ferse" gekitzelt.

Dass wir uns eine Scheibe vom Gottvertrauen und vom Humor unseres großen Reformators abschneiden können, wünscht sich und Ihnen



Ihr Michael Maillard
Foto: Michael Maillard








Monatsspruch November 2011 :


Monatsspruch November 2011







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