ÖKUMENISCHES GEDENKZENTRUM "CHRISTEN UND WIDERSTAND"

Nach Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern benannte Straßen und Gebäude in unserem Gemeindegebiet:

Dahrendorfzeile
Delpzeile
Gloedenpfad
Goerdelerdamm
Nikolaus-Groß-Weg
Habermannzeile
Haeftenzeile(1)
Haeftenzeile(2)
Halemweg
Heilmannring
Paul-Hertz-Siedlung
Hofackerzeile
Hüttigpfad
Jakob-Kaiser-Platz
Kirchnerpfad
Klausingring
Letterhausweg
Leuningerpfad
Hermann-Maaß-Brücke
Helmuth-James-von-Moltke-Grundschule
Friedrich-Olbricht-Damm
Poelchau-Oberschule
Popitzweg
Reichweindamm
Schneppenhorstweg
Kurt-Schumacher-Damm
Schwambzeile
Schwanenfeldstraße
Stieffring
Strünckweg
Teichgräberzeile
Terwielsteig
Wiersichweg
Wirmerzeile



Wer war ...

... Bernhard Lichtenberg ?

Bernhard Lichtenberg Bernhard Lichtenberg wurde am 3. Dezember 1875 in Ohlau in Niederschlesien geboren. Er studierte Theologie und wurde 1899 zum Priester geweiht. Seit 1900 war er in Berlin als Seelsorger tätig. Den Ersten Weltkrieg erlebte er als Feldgeistlicher.

Danach wirkte er einige Zeit als Stadtverordneter für die Zentrumspartei in Berlin. Im Jahre 1932 wurde er als Dompfarrer an die St. Hedwigskirche berufen. Sechs Jahre später wurde er zum Propst ernannt.

Judenverfolgung und Euthanasie (die Ermordung geistig- und körperlich Behinderter) trieben Lichtenberg zum offenen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime. Seit dem Novemberpogrom 1938 schloß er die Juden ausdrücklich in die Gebete der Gemeinde ein. In seinen Predigten machte er immer wieder auf das von ihnen erfahrene Unrecht aufmerksam. Ihm wurde deshalb das Referat des Bischöflichen Hilfswerkes für nichtarische Christen übertragen.

Am 28. August 1941 sandte er einen Protestbrief an den Reichsgesundheitsführer Conti, in dem er sich über das Euthanasieprogramm beschwerte. Er forderte, daß der oberste Verantwortliche des Reiches sich für das Verbrechen des Mordes an Behinderten verantworten sollte.

Am 23. Oktober 1941 wurde er aufgrund einer Anzeige von zwei Studentinnen verhaftet. Man warf ihm vor, öffentlich für die Juden, die politisch Verfolgten und die Alliierten Soldaten gebetet zu haben. Damit war Lichtenberg einer der ganz wenigen Priester, die öffentlich die Judenverfolgungen verurteilten. Im Mai 1942 wurde er zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt.

Am 3. November 1943 starb Bernhard Lichtenberg auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau unter nicht geklärten Umständen.

Zurück zum Seitenanfang