ÖKUMENISCHES GEDENKZENTRUM "CHRISTEN UND WIDERSTAND"

Nach Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern benannte Straßen und Gebäude in unserem Gemeindegebiet:

Delpzeile
Gloedenpfad
Goerdelerdamm
Nikolaus-Groß-Weg
Habermannzeile
Haeftenzeile(1)
Haeftenzeile(2)
Halemweg
Heilmannring
Paul-Hertz-Siedlung
Hofackerzeile
Hüttigpfad
Jakob-Kaiser-Platz
Kirchnerpfad
Klausingring
Letterhausweg
Leuningerpfad
Bernhard-Lichtenberg-Straße
Hermann-Maaß-Brücke
Helmuth-James-von-Moltke-Grundschule
Friedrich-Olbricht-Damm
Poelchau-Oberschule
Popitzweg
Reichweindamm
Schneppenhorstweg
Kurt-Schumacher-Damm
Schwambzeile
Schwanenfeldstraße
Stieffring
Strünckweg
Teichgräberzeile
Terwielsteig
Wiersichweg
Wirmerzeile



Wer war ...

... Gustav Dahrendorf ?

Gustav Dahrendorf Gustav Dahrendorf wurde am 8. Februar 1901 in Hamburg geboren. Nach seiner Lehre als Kaufmann arbeitete er einige Zeit in der Geschäftsstelle des Zentralverbandes der Angestellten. 1924 ging er als Berichterstatter zum "Hamburger Echo" und war bis 1933 Mitglied der Redaktion.

Er engagierte sich schon früh in der sozialistischen Arbeiterjugend und später in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der er seit 1918 angehörte. 1932 wurde er als jüngster Abgeordneter in den Deutschen Reichstag gewählt.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde Dahrendorf drei Monate in das Konzentrationslager Fuhlsbüttel eingesperrt. Nach seiner Freilassung lebte er in Berlin und schuf sich als Geschäftsführer im Kohlengroßhandel eine neue Existenz. Er benutzte seine beruflichen Reisen, um illegale politische Verbindungen zu früheren Parteifreunden aufrechtzuerhalten. Dahrendorf beteiligte sich an der Umsturzplanung der Gruppen um Beck (militärischer Widerstand) und Goerdeler (konservativer Widerstand).

Nach dem mißglückten Attentats- und Staatsstreichversuch vom 20. Juli 1944 entdeckte die Gestapo in einem aufgefangenen Telegramm von Männern des Widerstands Dahrendorfs Namen. Er wurde verhaftet und am 20. Oktober vom "Volksgerichtshof" wegen "Nichtanzeige eines hochverräterischen Unternehmens" zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt.

Am 27. April 1945 wurde er durch sowjetische Truppen aus dem Zuchthaus Brandenburg befreit. Nach dem Krieg widersetzte er sich in der sowjetischen Besatzungszone der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED und fand nach seiner Flucht nach Hamburg eine neue Aufgabe in der Entwicklung der Konsumgenossenschaften.

Gustav Dahrendorf starb am 30. Oktober 1954 in Braunlage an den Folgen der Haft.

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