ÖKUMENISCHES GEDENKZENTRUM "CHRISTEN UND WIDERSTAND"

Nach Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern benannte Straßen und Gebäude in unserem Gemeindegebiet:

Dahrendorfzeile
Delpzeile
Gloedenpfad
Goerdelerdamm
Nikolaus-Groß-Weg
Habermannzeile
Haeftenzeile(1)
Haeftenzeile(2)
Halemweg
Heilmannring
Paul-Hertz-Siedlung
Hofackerzeile
Hüttigpfad
Jakob-Kaiser-Platz
Klausingring
Letterhausweg
Leuningerpfad
Bernhard-Lichtenberg-Straße
Hermann-Maaß-Brücke
Helmuth-James-von-Moltke-Grundschule
Friedrich-Olbricht-Damm
Poelchau-Oberschule
Popitzweg
Reichweindamm
Schneppenhorstweg
Kurt-Schumacher-Damm
Schwambzeile
Schwanenfeldstraße
Stieffring
Strünckweg
Teichgräberzeile
Terwielsteig
Wiersichweg
Wirmerzeile



Wer war ...

... Johanna Kirchner ?

Johanna KirchnerJohanna Kirchner wurde am 24. März 1889 in Frankfurt am Main geboren. Sie kam aus einer alten sozialdemokratischen Familie und trat mit 14 Jahren in die sozialistische Arbeiterjugend ein. Johanna Kirchner erlernte einen kaufmännischen Beruf. In Frankfurt am Main baute sie die Arbeiterwohlfahrt mit auf und gehörte zur Leitung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Sie verfaßte Zeitungsberichte über Partei- und Gewerkschaftskongresse.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 lebte sie bis 1935 in Forbach an der französisch-deutschen Grenze. Als Funktionärin der sozialdemokratischen Partei hatte sie die Aufgabe, an dieser Grenzstelle die Verbindung mit Sozialdemokraten in Deutschland aufrechtzuerhalten. Außerdem verhalf sie Gefährdeten zur Flucht und organisierte Hilfe für Verhaftete. 1935 konnte sie nach Frankreich entkommen und unterstützte dort deutsche Emigranten.

Nach dem Angriff deutscher Truppen auf Frankreich wurde sie interniert, konnte aber mit Hilfe französischer Freunde entkommen. 1942 wurde sie von der Vichy- Regierung an die Gestapo ausgeliefert. 1943 verurteilte der "Volksgerichtshof" Johanna Kirchner zu einer Zuchthausstrafe von 10 Jahren. Nachdem sie ein Jahr im Zuchthaus Cottbus verbracht hatte, wurde das Verfahren gegen sie Anfang 1944 wieder eröffnet. Das Urteil wurde am 20. April 1944 zur Todesstrafe umgewandelt.

Johanna Kirchner wurde am 9. Juni 1944 im Hinrichtungsschuppen von Plötzensee ermordet.

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