ÖKUMENISCHES GEDENKZENTRUM "CHRISTEN UND WIDERSTAND"

Nach Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern benannte Straßen und Gebäude in unserem Gemeindegebiet:

Dahrendorfzeile
Delpzeile
Gloedenpfad
Goerdelerdamm
Nikolaus-Groß-Weg
Habermannzeile
Haeftenzeile(1)
Haeftenzeile(2)
Halemweg
Heilmannring
Paul-Hertz-Siedlung
Hofackerzeile
Hüttigpfad
Jakob-Kaiser-Platz
Kirchnerpfad
Klausingring
Letterhausweg
Leuningerpfad
Bernhard-Lichtenberg-Straße
Hermann-Maaß-Brücke
Helmuth-James-von-Moltke-Grundschule
Friedrich-Olbricht-Damm
Popitzweg
Reichweindamm
Schneppenhorstweg
Kurt-Schumacher-Damm
Schwambzeile
Schwanenfeldstraße
Stieffring
Strünckweg
Teichgräberzeile
Terwielsteig
Wiersichweg
Wirmerzeile



Wer war ...

... Harald Poelchau ?

Harald PoelchauHarald Poelchau wurde am 5. Oktober 1903 in Potsdam geboren. Nach dem Besuch eines humanistischen Gymnasiums begann er in Bethel das Studium der Theologie an der kirchlichen Hochschule. Als Werkstudent lernte er in den Fabriken von Robert Bosch in Stuttgart die industrielle Arbeitswelt kennen. Nach dem theologischen Examen studierte er Wohlfahrtspflege und staatliche Fürsorgepolitik in Berlin.

Harald Poelchau zählte zu den wenigen Protestanten, die über die Bedeutung der Kirche in der Industriewelt nachdachten und die kirchliche Fürsorge auf eine neue Grundlage stellen wollten. Deshalb stand er den religiösen Sozialisten nahe. Von 1933 an war Poelchau Gefängnispfarrer in Tegel, später auch in den Zuchthäusern und Hinrichtungsstätten Plötzensee und Brandenburg. Er stand vielen zum Tode verurteilten Gefangenen in ihrer letzten Stunde bei.

Er wurde 1941 von Hans-Bernd von Haeften in den Kreisauer Kreis (Widerstandsgruppe um Moltke) eingeführt und nahm an der ersten Kreisauer Tagung teil, ohne später von der Gestapo ermittelt zu werden. Sein Anliegen war insbesondere auf praktische Hilfe ausgerichtet. Seine Wohnung war für manchen politisch und rassisch Verfolgten letzte Zuflucht. Seine Verbindungen zum Widerstand blieben weiterhin vor der Gestapo verborgen. Nach 1945 wirkte Harald Poelchau als erster Sozialpfarrer der Evangelischen Kirche Berlins.

Er starb am 29. April 1972 in Berlin.

Zurück zum Seitenanfang