ÖKUMENISCHES GEDENKZENTRUM
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Nach Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern benannte Straßen und Gebäude in unserem Gemeindegebiet: Dahrendorfzeile |
Wer war ...... Harald Poelchau ?
Harald Poelchau zählte zu den wenigen Protestanten, die über die Bedeutung der Kirche in der Industriewelt nachdachten und die kirchliche Fürsorge auf eine neue Grundlage stellen wollten. Deshalb stand er den religiösen Sozialisten nahe. Von 1933 an war Poelchau Gefängnispfarrer in Tegel, später auch in den Zuchthäusern und Hinrichtungsstätten Plötzensee und Brandenburg. Er stand vielen zum Tode verurteilten Gefangenen in ihrer letzten Stunde bei. Er wurde 1941 von Hans-Bernd von Haeften in den Kreisauer Kreis (Widerstandsgruppe um Moltke) eingeführt und nahm an der ersten Kreisauer Tagung teil, ohne später von der Gestapo ermittelt zu werden. Sein Anliegen war insbesondere auf praktische Hilfe ausgerichtet. Seine Wohnung war für manchen politisch und rassisch Verfolgten letzte Zuflucht. Seine Verbindungen zum Widerstand blieben weiterhin vor der Gestapo verborgen. Nach 1945 wirkte Harald Poelchau als erster Sozialpfarrer der Evangelischen Kirche Berlins. Er starb am 29. April 1972 in Berlin. |
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Harald Poelchau wurde am 5. Oktober 1903 in Potsdam geboren. Nach dem Besuch
eines humanistischen Gymnasiums begann er in Bethel das Studium der Theologie an
der kirchlichen Hochschule. Als Werkstudent lernte er in den Fabriken von Robert
Bosch in Stuttgart die industrielle Arbeitswelt kennen. Nach dem theologischen
Examen studierte er Wohlfahrtspflege und staatliche Fürsorgepolitik in Berlin.