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Emmaus - Abendmahl - Ostern
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Kreuzigung
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ÖKUMENISCHES GEDENKZENTRUM
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Der Plötzenseer Totentanz von Alfred Hrdlicka
Tafeln VII-IX
Emmaus - Abendmahl - Ostern
Diese Bildtafeln wurden von Hrdlicka zuletzt in Angriff genommen und zum 1.
Advent 1972 fertiggestellt. Es soll als Bild des "Auferstehungsglaubens
der christlichen Gemeinde Ruhe und Frieden, Trost und Überwindung, Mut und
Hoffnung zum Ausdruck bringen" (B. Naumann) und bildet den inhaltlichen
und formalen Ausgleich zur nachfolgenden Kreuzigungsszene.
Auf dem Dreitafelbild sieht man einen Innenraum mit zwei rundbogigen Fenstern,
den im oberen Drittel die Eisentraverse mit Haken durchschneidet. In der
Mitte des Raumes sitzt frontal zum Betrachter eine helle Gestalt; zu ihren
beiden Seiten hocken einander gegenüber drei und zwei Gestalten. Nach links
wird ein Mann von einem Uniformierten abgeführt. Die Szene erinnert an in
einer Gefängniszelle oder im Konzentrationslager Wartende. Den Hinweis auf
Emmaus gibt nur die helle Mittelfigur, indem sie, kaum erkennbar, Brot bricht.
Durch die zwei Rundbogen im Hintergrund fällt "natürliches" Licht, welches
den Raum nur mäßig erhellt. Dieser bleibt düsterer als er der Fensterhelligkeit
nach sein dürfte. Das Licht als Symbol des Draußen ist als unerfüllbare
Hoffnung aus dem Raum gesperrt, vollends in dem Bereich, wo gerade einer
der Gefangenen abgeführt wird. Die Helligkeit der frontalen Gestalt ist
weder mit dem Lichteinfall (der ja von hinten kommt) noch durch die Reflexion
dieses Lichtes zu begründen und bereitet deshalb eine über das Rationale
hinausgehende Aussage vor. Diese wird jedoch in einer Unbestimmtheitszone
gehalten, denn die irrationale Helligkeit hebt die mittlere Figur zwar von
den anderen Figuren ab, hat aber nicht eine ins Sakrale verstärkende Wirkung,
weil das Licht die Kontur der Person nicht verlässt.
Panels VII-IX
Emmaus - Communion - Easter
On the same ride as the crucifixion are three panels, still in the shed of Plötzensee, which show the miracle of the presence of the Resurrected. The prisoners here are the disciples of Emmaus who recognize their Lord because he breaks bread with them. This "Lord" is a prisoner as they are, whose illuminated figure does not receive its light from the shed's windows - which in some dreadful way resemble church windows - but rather as a secret, which He bears in Himself and which also illuminates the bald-headed prisoner at the left, who is being led away by a morose figure.
Tafeln X- XII
Kreuzigung
Die Kreuzigungsszene besteht aus drei Tafeln, von denen je eine die Schächer
und Christus abbildet. Bei gleicher Größe der Figuren ist die mittlere zusätzlich
durch Christus-Attribute, wie mit dunkler Kopfzone angedeutete Dornenkrone,
Lanzenstich und Totenschädel, herausgehoben. Die Bildidee der schweren,
nackten, an durchbohrten Handgelenken hängenden Körper hat Hrdlicka früh
entwickelt. Der Kreuzigungstod, ein Tod durch Kreislaufversagen, ist vor
allem als physiologisches Ereignis dargestellt. Die Leiber der Hängenden
sind in Atmungsstellung. Aber nur bei Christus ist der Unterleib so eingezogen,
dass sich eine tiefe Magengrube und breite Zwischenrippenräume mit dünn
darüber gespannter Brustmuskulatur ergeben. Dabei kontrastiert Hrdlicka
den trainiert-disziplinierten Körper Christi mit der schlaffen Fettleibigkeit
der Schächer und lässt so eine ungewohnte Art der Hervorhebung von Christus
entstehen. Als erste bildnerische Darstellung findet diese Kreuzigung in
einem profanen Innenraum statt. Sie erfährt außerdem eine Aktualisierung,
indem über die Raumandeutung "Hinrichtungsstätte Plötzensee" mit dem realen
Ort eines anderen Leidensgeschehens verbunden ist. Die im sakralen Zusammenhang
ungewohnt intensive Körperlichkeit dient der Vermittlung von Schmerz und
Tortur. Ausdrucksträger der Qual ist das Fleisch. Hrdlicka verbindet das
christliche Kreuzigungsbild als Symbol für Leid und Gewalt so mit Gegenwartsereignissen,
dass Betroffenheit entsteht.
Panels X- XII
The Crucifixion
Golgatha. Not seen from historic distance, but placed directly into our time. Christ and the two thieves suffer their death of crucifixion, hanged on the butcher's hooks of the assembly line gallows of Plötzensee.
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