"Zehn Gründe für ein gutes Leben" vom 07.10.2007
"Zehn Gründe für ein gutes Leben"
Beilage zur Predigt über Exodus 20, 1-17
vom 18. Sonntag nach Trinitatis, dem 7. Oktober 2007
in der Sühne-Christi-Kirche
"Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist" vom 04.11.2007
"Wahrheit und Zeit" vom 18.11.2007
"Hinausgehen aus dem Lager" vom 09.03.2008





Zehn Gründe für ein gutes Leben



I. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Es ist gut, wenn du dir Gedanken über Gott machst. Es ist nicht gut, wenn du kein Vertrauen zu ihm hast. Denn an Gott glauben heißt, ihm vertrauen. Wenn du das Gebot genauer betrachtest, siehst du: Es ist erst in zweiter Linie eine Forderung, nämlich, dass du nicht dich selbst oder Idole und Ideale zum Gott erhebst. In der Hauptsache ist es ein Versprechen. "Ich bin dein Gott." Das heißt: Ich will bei dir sein.




II. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.

Wer oder wie Gott ist, wer könnte das sagen? In dieser Hinsicht herrscht viel Anmaßung. Denke selbst nach, wenn dir andere erklären, was Gott will.




III. Du sollst den Feiertag heiligen.

Diese Forderung ist die Grundlage aller Kultur. Sie hat Glanz und Schönheit noch in den finstersten Winkel gebracht. Aber bewundere sie nicht nur, sondern lasse sie dir auch selbst gesagt sein: Lebe nicht immer im gleichen Tempo und Drang, sondern gewähre dir regelmäßige Zeiten der Entspannung. Dafür gibt es den Feiertag. Du kannst in den Gottesdienst gehen; hinterher freut man sich meistens, daß man da war. Aber du kannst auch etwas anderes tun, wobei du nicht so sehr an Gott denkst.




IV. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Ein Gebot, das Probleme aufwirft. Besonders junge Leute meinen oft, ein tiefer Graben trenne sie von Vater und Mutter. Es soll dir aber dennoch wichtig sein, den Eltern mit Respekt zu begegnen. Bedenke, ohne sie gäbe es dich gar nicht! Sie haben für dich gesorgt und dich beschützt. Deine Kindheit ist in ihrer Erinnerung bewahrt. Obwohl du nun für dich selbst verantwortlich bist, ist es gut, wenn du ihre Ansichten kennst und berücksichtigst.




V. Du sollst nicht töten.

Hierüber kann man wohl kaum geteilter Meinung sein. Wer tötet oder gar mordet, zieht die schwerste Schuld auf sich. Das gilt auch für den, der jemanden in der Absicht, ihn zu töten, verletzt und um seine Gesundheit bringt.




VI. Du sollst nicht ehebrechen.

In eine bestehende Ehe darfst du dich nicht hineindrängen. Wenn du selbst dich entschlossen hast zu heiraten, dann bleibe treu. Sieh aber zu, daß du keine Ehe eingehst, die ohne festen Boden ist. Diesen Schritt mußt du gut überlegen. Es ist unerlässlich, daß du vorher deinen Partner oder deine Partnerin richtig kennenlernst. Rechne auch damit, daß Menschen sich im Laufe der Zeit ändern. Heirate nur jemanden, mit dem du tatsächlich dein ganzes weiteres Leben verbringen möchtest, sonst laß es!




VII. Du sollst nicht stehlen.

Dieses Gebot ist schwerer einzuhalten als man denkt. Zunächst bedeutet es: Nimm nichts weg, was anderen gehört. Das kann man schaffen. Wir müssen uns aber auch vor Augen stellen: Unser Lebensstil kommt viele andere Menschen teuer zu stehen, und zwar diejenigen in den armen Weltregionen, aber auch die nachfolgenden Generationen. Es wäre gut, wenn du eine Art Symbol in dein Leben einbaust, das dich an diesen Zusammenhang erinnert, zum Beispiel aus Prinzip mit Wasser sparsam umzugehen.




VIII. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Versuche einfach, nicht zu lügen. Bleibe ehrlich. Das heißt nicht, daß du immer die volle Wahrheit aussprechen mußt. Achte auf das, was du sagst. Mach dir auch klar: Wann immer du mit Absicht etwas Falsches über andere sagst, setzt du selbst dich dem Urteil aus.




IX. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

"Haus" bedeutet hier "sichere, dauerhafte Wohnstätte", der bleibende Ort des Lebens. Die meisten Menschen sind mit Recht sehr stolz, wenn sie für sich und ihre Familie ein solches Haus errichtet haben. Anstatt sie zu beneiden, strebe lieber danach, auch deinem Leben einen festen Halt zu geben.




X. Du sollst nicht begehren, was dein Nächster hat.

Gemeint sind all die Güter, die sonst noch im Laufe der Jahre zusammenkommen. Es lohnt nicht, sich deswegen in Zerwürfnisse und Feindschaften zu verstricken. Wende den Blick nicht ständig auf andere. Erarbeite dir, was du brauchst, und überlege, was wirklich wertvoll ist. Sei dir selbst gegenüber wahrhaftig, nur dann wirst du ein gutes Leben führen.




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